Marinegläser – praktisch und robust

Seit es Fernrohre und Ferngläser gibt, gehört die Seefahrt zu ihren wichtigsten Einsatzgebieten. Auf den Segelschiffen früherer Jahrhunderte war die Beobachtung mit dem Fernglas überlebenswichtig. Vor allem bei Entdeckungsfahrten in unbekannten Gewässern kam es darauf an, gefährliche Klippen und Riffe rechtzeitig zu erkennen oder für eine Auffrischung der Vorräte wichtige Inseln nicht zu verfehlen. Heute übernehmen Computer einen großen Teil der Navigationsaufgaben, doch sowohl in der zivilen als auch in der militärischen Schifffahrt ist das Marinefernglas nach wie vor unentbehrlich. Darüber hinaus sind die robusten Allrounder nicht nur bei Hobbyskippern und Wassersportlern beliebt, sondern werden auch an Land gern bei Outdoor-Aktivitäten mitgeführt.

Marinegläser – Produktvorstellungen:

Was muss ein gutes Marinefernglas können?

Die Anforderungen an ein gutes Marinefernglas lassen sich vor allem in zwei Punkten zusammenfassen. Zum einen muss es auch bei schwierigen Bedingungen wie Seegang oder Dämmerung noch ein gutes Bild liefern, und zum anderen sollte es so robust gebaut sein, dass es den besonderen Beanspruchungen auf See gut standhält. Mit Blick auf die optischen Leistungsparameter fällt auf, dass Marinegläser häufig „nur“ eine siebenfache Vergrößerung liefern. Das ist deutlich weniger als bei manch einem Universal– oder Jagdfernglas, wird dem maritimen Einsatzgebiet jedoch besser gerecht. Eine maximale Vergrößerung wäre kontraproduktiv, weil sie das Beobachten an Bord eines Schiffes oder auf einem anderen beweglichen Untergrund erschweren würde. Die sieben- oder achtfache Vergrößerung dagegen reicht für die typischen Einsatzzwecke eines Marinefernglases völlig aus und macht das Glas auch bei Wellengang noch gut verwendbar. Vorteilhaft sind ein möglichst großes Sehfeld, ein kontrastreiches Bild sowie eine gute Eignung für den Einsatz bei Nacht und in der Dämmerung. Deshalb werden in Marinegläsern meist speziell vergütete optische Bauteile verwendet. Die äußeren Linsen erhalten zudem oft eine wasser- und schmutzabweisende Vergütung.

Stoß- und wassergeschützte Bauweise ist wichtig

Die meisten Marinegläser sind mit einer Gummi- oder Kunststoffarmierung versehen. Sie schützt das Gehäuse gegen Stöße und schirmt es zugleich gegen Spritzwasser und Schmutz ab. Außerdem wird das Gehäuse dadurch griffiger und liegt sicherer in der Hand. Hochwertige Marinegläser sollten jedoch nicht nur spritzwassergeschützt, sondern wasserdicht sein, sodass sie auch dann keinen Schaden nehmen, wenn sie einmal kurz ins Wasser fallen. Um sie dabei nicht zu verlieren, werden sie gern mit einem schwimmfähigen Tragegurt kombiniert, der oft in Signalfarben wie Gelb oder Orange gehalten ist. Damit sich im Fernglas kein Kondenswasser bildet und die Linsen und Prismen nicht beschlagen, erhalten Marinegläser oftmals eine Stickstofffüllung.

Kompass und Strichplatte: hilfreiche Zusatzausstattung von Marinegläsern

Um charakteristische Beobachtungs- und Navigationsaufgaben auf See zu erleichtern, besitzen einige Marineferngläser eine Strichplatte mit speziellen Skalen zur Größen- beziehungsweise Entfernungsmessung oder einen eingebauten Kompass. Natürlich wird damit nicht dieselbe Präzision wie mit modernen elektronischen Navigationsinstrumenten erreicht, aber für einigermaßen brauchbare Schätzungen reicht diese Zusatzausstattung problemlos aus. Die auf der Strichplatte befindliche Skala hilft beim Schätzen von Größen oder Entfernungen, wobei jeweils eine dieser beiden Angaben bekannt sein muss, um die andere schätzen zu können. So kann beispielsweise die Entfernung eines anderen Schiffes geschätzt werden, wenn dessen Größe dem Beobachter bekannt ist. Umgekehrt kann die Größe eines Schiffes näherungsweise ermittelt werden, wenn dessen Entfernung vom Beobachter feststeht, beispielsweise weil es sich an eine Hafeneinfahrt befindet und der Beobachter an Bord eines in der Nähe ankernden Schiffes steht, das seinen Standort und damit auch die Entfernung zur Hafeneinfahrt relativ genau ermitteln kann. Mit einem eingebauten Kompass können bereits währen der Beobachtung Richtungen bestimmt und Winkel zumindest näherungsweise gemessen werden.